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Joch (franz. travé) Der einem Gewölbefeld entsprechende Raumteil.
Jugendstil (Art Nouveau, Modern Style Liberty) Die Bezeichnung Jugendstil ist von der 1826 gegründeten Münchner Zeitschrift "Jugend" abgeleitet worden und bezog sich zunächst auf das Kunstgewerbe jeglicher Art, ehe sie auf bestimmte architektonische Erscheinungen zwischen 1890 und 1910 übertragen wurde. Das Gemeinsame ist die Abwendung vom ~Historismus des 19.Jh., der sich in der Baukunst sowohl in der Ornamentik, soweit sie für Gitter u.a. gebraucht wurde, als vor allem in neuen formalen und konstruktiven Konzeptionen des Bauganzen äußerte. Von einem die beiden Jahrzente um 1900 beherschenden Stil aber kann nicht gesprochen werden, es handelt sich um wenige Architekten und Werke, die vereinzelt in einer Flucht immer noch historisierenden Schaffens auftauchen. Für die Entscheidung des ~Internationalen Stils waren sie teilweise von großer Bedeutung.
Als eigenwilligster Vertreter des Jugendstils kann der phantastische Katalane Antonio Gaudi (1852 bis 1926) betrachtet werden, dessen Casa Milá in Barcelona von 1905 bis 1907 mit herkömmlicher Baukunst überhaupt nicht mehr verglichen werden kann. Der ~Grundriß hat den Charakter eines abstrakten Ornaments, dessen Bewegung sich auf die Außengestalt überträgt, so daß etwas wie eine rießige aus Ton geknetete Plastik entstanden ist. - Demgegenüber wirkt der Belgier Victor Horta (1861-1947) sehr viel gemäßigter, obwohl auch bei ihm eine ornamentale Gestaltung unverkleideter Metallstrukturen in den Interieurs eine große Rolle spielt. Deren Bewegung konnte sich wie im Solvay-Haus in Brüssel von 1895-1900 auch auf die Fassade auswirken, die in ihrer Verbindung von Mauerwerk und sichtbarer Glas-Eisen-Konstruktion in zurückhaltende Schwingung gerät. - Im Gegensatz zu Horta und Gaudi ist die bewegte ornamentale Linie bei dem Schotten Charls Rennie Mackintosh (1868-1928) von geringerer Bedeutung. Seine School of Art in Glasgow (Nordflügel 1907/08) verbindet mit asymmetrischem Grund- und ~Aufriß die Verwendung klarer stereometrischer Bauteile und weitgehend in Fenster aufgelöster Kuben. Daraus ist eine Komposition kräftiger und zugleich in Proprtionen und Behandlung sehr feinfüliger Elemente entstanden. - Die Glasgower Schule hatte Einfluß auf Wien, ein wichtiges Zentrum des Jugendstils, wo die Stadtbahnhöfe (1844 bis 1901) von Otto Wagner (1841 bis 1918) neben den Métro-Stationen in Paris (1898-1901) von Hektor Guimard (1867-1942) Höhepunkte des Jugendstils darstellten. Ein Nachklang dieser bewegten Linearität ist bei Wagner noch in den Kurven der Glas-Eisen-Konstruktion im Schalterraum des Wiener Postsparkassenamtes von 1904-1906 zu spüren der im übrigen aber die außerordentlich schnelle Integration von Technik und Architektur in diesen Jahren zeigt, die in kürzester Zeit zum ~Internationalen Stil führte.
Weitere Sachbegriffe zum Thema Architektur und CAD werden folgen...
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