24 Wohnungen und zehn Geschäfte
Umgestaltung des Fuldaer Gemüsemarktes

"Es war ein hartes Stück Arbeit, aber jetzt haben wir ein gutes Modell." Frank Nieburg, Vorsitzender des Siedlungswerks Fulda, ist sichtlich zufrieden mit den Planungen für den Fuldaer Gemüsemarkt, die er gestern mit seinen Vorstandskollegen präsentierte. 4,5 Millionen Euro wird die Baumaßnahme voraussichtlich kosten, im Herbst 2003 soll alles fertig sein.

Drei ehemals städtische Häuser werden derzeit abgerissen, drei neue sollen an deren Stelle wieder erbaut werden, farbig gestaltet, wenngleich nicht gänzlich mit der im Plan dargestellten Leuchtkraft. Zudem wird das Siedlungswerk einen viel diskutierten Solitärbau errichten – in Anlehnung an die Dichte der historischen Bebauung des Gemüsemarktes, wie Stadtbaurätin Cornelia Zuschke erläuterte. Und sie legte Wert auf die Feststellung: "Die Fläche für den Wochenmarkt wird gleich groß bleiben. Es sind nach wie vor um die 2.400 Quadratmeter. Zum Vergleich: Im Moment siedelt der Wochenmarkt Unterm Heilig Kreuz auf einer Fläche von 1.700 Quadratmetern."
Völlig neu für die Architektur des Gemüsemarktes wird sein, dass die Galerie komplett entfällt und die Häuser direkt auf dem heutigen Platz fußen. In den Erdgeschossen aller vier neuen Gebäude sollen laut Nieburg acht bis zehn Ladengeschäfte einziehen "mit einem marktergänzenden oder marktgleichen Sortiment". Die bauliche Gestaltung werde dafür sorgen, dass diese Händler sich an den Markttagen zum Platz hin präsentieren können. Der Bereich davor werde mit einer Überdachung geschützt.

Büroflächen in der Gesamtgröße von rund 270 Quadratmetern werde es ausschließlich in den oberen Geschossen des Solitärbaus geben. Die anderen drei Häuser seien allein dem Wohnen vorbehalten, erklärte Nieburg. Alle etwa 24 Wohnungen würden seniorengerecht gestaltet, mit der Caritas sei man bereits im Gespräch, dass dieser Verband möglicherweise die Organisation eines "Betreuten Wohnens" übernehme. Allerdings werde auch an jüngere Menschen vermietet, ein Verkauf der Wohnungen sei jedoch nicht vorgesehen.
Zudem plane man 31 Stellplätze in einer Tiefgarage, die den privaten und gewerblichen Mietern der neuen Häuser vorbehalten seien. Mit 4,5 Millionen Euro hat das Siedlungswerk die Maßnahme veranschlagt, die von den Architekten Günter Swoboda (Großenlüder) und Wolfgang Herbert (Fulda) in enger Zusammenarbeit mit den Siegern des Architektenwettbewerbs geplant wurde.
Frank Nieburg, der die deutliche Absicht bekundete, die Aufträge an heimische Handwerksunternehmen zu vergeben, erklärte dazu außerdem: "Wir sind ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen und ziehen diesen Bau durch, ohne zwischendurch die Flügel hängen zu lassen."

Die Ausschreibungen für den Rohbau des ersten Bauabschnittes beginnen laut Swoboda im Juli. Noch in diesem Jahr sollen die Rohbauarbeiten abgeschlossen sein. Ab 1. Juli wird Swoboda als Bauleiter ein Büro am Gemüsemarkt eröffnen, um für Fragen und Informationen vor Ort präsent zu sein.
Im Frühjahr 2003 will dann die Stadt Fulda mit der Gestaltung des Platzes starten, der stufenlos gestaltet werden soll. Oberbürgermeister Dr. Alois Rhiel wies darauf hin, dass der Solitärbau auch dazu diene, "den Höhenunterschied aufzufangen. Wir können deshalb ohne Treppen auskommen."

Gelesen: Bericht - Fuldaer Zeitung, 2002