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OB Rhiel spricht vom "großen Wurf"
Kultur- und Kongreßzentrum in Fulda
Das Kultur- und Kongresszentrum Fulda nimmt – wenn zunächst auch nur auf dem Reißbrett – Konturen an. Im Stadtschloss gab Oberbürgermeister Dr. Alois Rhiel jetzt das Ergebnis des von Investor Leo Groll finanzierten Architektenwettbewerbes bekannt. Die Bewertungsjury unter Vorsitz des freischaffenden Gütersloher Architekten Raimund Heitmann entschied sich unter den fünf zur Auswahl stehenden Modellen für die Arbeit des Fuldaer Büros Reith und Wehner.
Der Oberbürgermeister war bei der Bekanntgabe des Ergebnisses voll des Lobes: "Der große Wurf, den Fulda mit dem geplanten Kongresszentrum auf der Bertawiese am Bahnhof landet, spiegelt sich auch in der Architektur wider." Ähnlich positiv äußerte sich Stadtbaurätin Cornelia Zuschke. Investor Groll sagte: "Uns gefallen alle eingereichten Arbeiten." Er und die ebenfalls als Investorengruppe beteiligte Bielefelder Firma Goldbeck wollten "jetzt noch einmal alle Beteiligten ansprechen" und die Umsetzung auf ihre Finanzierbarkeit hin überprüfen. Es sei allerdings nicht vorgesehen, in den anderen Entwürfen "zu plündern".
40 Millionen Euro
Wie in der FZ mehrfach berichtet, plant die Investorengemeinschaft Groll (Künzell)/Goldbeck (Bielefeld) auf der Bertawiese am Zieherser Weg in Fulda den Bau eines Kultur- und Kongresszentrums, das etwa 40 Millionen Euro kosten soll. Herzstück des Projekts ist eine Veranstaltungshalle, die bei Kultur- oder Sportveranstaltungen mehreren tausend Besuchern Platz bieten kann. Zudem sind ein Hotel, eine Multifunktionshalle (die auch als Eislaufbahn genutzt werden kann) und ein öffentliches Hallenbad vorgesehen.
Vor etwa drei Wochen hatte die Stadtverordnetenversammlung grünes Licht für eine Miet-Mitfinanzierung gegeben. So will das die Stadt Fulda das Hallenbad für 30 Jahre pachten, das als Ersatz für das Zentralbad vorgesehen ist. Auch die Multifunktionshalle wird von der Kommune angemietet und dann wiederum an Groll untervermietet. Unterm Strich muss die Kommune so auf 30 Jahre hochgerechnet etwa 25 Millionen Euro aufwenden, was nach Auskunft des OB "aber weniger ist, als wenn wir selbst ein neues Hallenbad bauen und betreiben sowie die Richthalle weiter als Veranstaltungsort nutzen würden". Für Kongresshalle und Hotel erhält Groll keine öffentlichen Gelder; die Bertawiese selbst wird ihm auf 50 Jahre für einen Erbbaurechtszins überlassen.
Während die Verträge zwischen Stadt und Investorengruppe bereits unterschriftsreif sind, vermochte Leo Groll bei der Präsentation der Architektenentwürfe noch nicht zu sagen, wann er den Bauantrag einreichen wird. Der Geschäftsmann, der in Künzell das Bäderpark Hotel und die Rhöntherme betreibt, sagte auf eine entsprechende FZ-Frage: "Sicher kann ich derzeit aber schon sagen, dass wir Ende 2003 auf der Bertawiese eröffnen wollen."
Insgesamt sechs Architektenbüros (fünf heimische und ein auswärtiges) waren vom Investor gebeten worden, sich Gedanken darüber zu machen, wie man das Kultur- und Kongresszentrum auf der Bertawiese verwirklichen könnte. Eine Expertenjury unter dem Vorsitz des Gütersloher Architekten Heitmann entschied sich schließlich – wenn auch nicht einstimmig – für das Modell von Reith und Wehner.
Eine Alternative
Der Vorsitzende lobte die "ausgeprägte Signifikanz für jeden einzelnen Bauträger und die wirtschaftliche Möglichkeit der Umsetzung". Zudem habe Reith und Wehner für den Hotelbereich mit einem 14-stöckigen Hochhaus noch einen Alternativvorschlag eingereicht. Heitmann: "Wer in der kurzen Zeit von vier Wochen ein solches Modell entwirft und auch noch Alternativen hat, der sollte auch der Stadt und dem Investor empfohlen werden."
Stadtbaurätin Zuschke sprach von "Freude, Erleichterung und Stolz". Alle Architekten seien "konzentriert und kompetent an den Wettbewerb herangegangen". Es gehe nun darum, den Siegerentwurf umzusetzen. In jedem Entwurf steckten Ansätze, die es verdienten, umgesetzt zu werden. Das Urheberrecht der anderen Beteiligten dürfe nicht verletzt werden.
"Etwas entnehmen"
Leo Groll, der sagte, dass man aus allen Entwürfen "etwas entnehmen" könne. Der Fassadenwettbewerb biete die Chance das Beste herauszuziehen. Sein Dank gelte alle Architekten. Zusammen mit der Firma Goldbeck werde er nun zügig weiter arbeiten, um bald ein endgültiges Ergebnis zu präsentierten.
Architekt Manfred Reith sagte, sein Büro habe sich auf das Wesentliche konzentriert und sich um möglichst klare, einfache Bauformen bemüht. Interessierte Bürger können sich die Entwürfe in der Zeit vom 18. bis 27. März im Marmorsaal des Stadtschlosses zu den üblichen Öffnungszeiten ansehen.
Gelesen: Bericht - Fuldaer Zeitung, 2002
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