Kerngemeinde bekommt neuen Veranstaltungssaal
Der Saalbau der Gemeinde Hilders

Mit den Abschlussplanungen für einen neuen Veranstaltungssaal in der Kerngemeinde kann begonnen werden. Keine der drei Fraktionen der Hilderser Gemeindevertretung hatte nach einer erneuten Beratung über einen Neubau beziehungsweise eine Sanierung des Saalbaus „Sonnengarten“ einen neuen Beschlussantrag gestellt. So blieb der am 31. Oktober 2000 mit der Mehrheit der Stimmen der CDU gefasste Beschluss für einen Neubau bestehen.

Vor der Sitzung hatten sich über 200 Hilderser Bürger vor der "Alten Schule" versammelt, um für die Erhaltung des bisherigen Saalbaus "Sonnengarten" zu de-monstrieren. In der Sitzung im Mai dieses Jahres war beschlossen worden, einen weiteren Architekten zu beauftragen, mehrere Modelle bezüglich der Schaffung eines Veranstaltungssaales zu erarbeiten. Nachdem das Raumprogramm in Zusammenarbeit von Saalbau-Kommission und örtlichen Vereinen erstellt worden war, wurde der Hilderser Architekt Volker Assel beauftragt, auf Basis dieses Raumprogramms, das maximal 350 Plätze vorsieht, eine "vorbereitende Untersuchung zur Standortfindung" zu erarbeiten und diese in der Sitzung der Gemeindevertretung vorzustellen.
Architekt Assel stellte drei mögliche Alternativen vor. So würde eine reine Sanierung des bestehenden Saalbaus "Sonnengarten", die dem Stand heutiger Anforderungen entspricht, unter Beibehaltung der derzeitigen gebäudlichen Struktur mit Kegelbahn und einschließlich des Erwerbs der Immobilie rund 2,8 Millionen Mark kosten. Der Zustand danach wäre neuwertig. Rund 4,1 Millionen Mark dagegen würde die Sanierung und Modernisierung des Saalbaus, die sich mit einem Neubau vergleichen ließe, einschließlich des Erwerbs der Immobilie, kosten, so Assel zur zweiten Variante. Ein Neubau eines Saales am Findloser Weg, der problemlos in zwei Räume aufteilbar wäre, würde rund 3,35 Millionen Mark erfordern. Eine Kegelbahn wurde hierbei nicht berücksichtigt.

Auf Anfrage von Goswin Nüdling (CWE) über die städtebauliche Wirkung beider Säle, stellte Assel fest, dass der bestehende Saal eine schönere Lage habe und verkehrsanbindungsmäßig besser dastehe. Der Neubau auf dem Bauhofgelände ist dagegen kaum sichtbar. Ein weiteres Argumente aus der CWE-Fraktion pro Erhaltung Saalbau war, dass im Saalbau "Sonnengarten" zwei Veranstaltungen ohne Beeinträchtigung parallel verlaufen könnten, da Saalraum und Cafe auf zwei verschiedenen Ebenen sich befänden. Dies wäre bei einem geteilten Saal vor allem aufgrund akustischer Probleme kaum möglich. Ein Gästehaus, wie der neue Saalbau auch bezeichnet wird, sei nicht nötig, da der "Rhöner Handwerkerhof" für diesen Zweck zur Verfügung stehe. Auch würden sich die Sanierungskosten verringern, wenn das bestehende Cafe erhalten würde.
Auch der SPD-Fraktionsvorsitzenden Martin Scheer gab zu Bedenken, dass man den Einfluss auf den Saalbau verlieren würde, wenn er nicht in den Besitz der Gemeinde käme.
Entscheidender Faktor für die CDU-Fraktion, die sich vor einem Jahr schon für einen Neubau ausgesprochen habe, sei der finanzielle Aspekt, so Fraktionsvorsitzender Rudolf Vey. Rund 1,6 Millionen Mark an Zuschüssen gibt es für den 3,35 Millionen teueren Neubau. Ein weiterer wichtiger Grund für den Neubau sei die Teilbarkeit des Saales für die verschiedensten Anlässe, so Karl Herrmann.
Bürgermeister Lothar Klüber gab im Verlauf der Sitzung zu einigen Diskussionspunkten seine Stellungnahmen ab. So ging es bei den Protesten gegen eine Groß-Disco in erster Linie nicht nur um die Lärmbelästigungen, sondern auch um andere Begleiterscheinungen. Hauptargument für einen Neubau sei die touristische Komponente. Mit dem neuen multifunktionalen Gästehaus würden neue Räumlichkeiten geschaffen, die sowohl für die einheimische Bevölkerung als auch für Veranstaltungen für Gäste optimale Nutzungsmöglichkeiten offerierten. Ferner seien die bereits zugesagten Fördermittel nicht auf ein anderes Projekt übertragbar. Für die Sanierung des Saalbaus bestehen keinerlei Aussichten auf eine Bezuschussung, so Klüber.

Gelesen: Bericht - Fuldaer Zeitung, 2001