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68 Millionen sollen investiert werden
Pläne für privat betriebene Multifunktionshalle mit Hallenbad, Hotel und Tiefgarage an der Dalbergstraße in Fulda
Die Pläne für eine Multifunktionshalle an der Dalbergstraße in Fulda nehmen konkrete Formen an. Das Bauunternehmen Zapf aus Bayreuth will auf dem gelände der Landeszentralbank und auf den früheren Produktionsflächen der Firma Weisensee 68 Millionen Mark investieren. Neben der ersten privat betriebenen Multifunktionshalle Deutschlands sollen ein Hallenbad, ein Hotel, altengerechte Wohnungen und eine Tiefgarage mit 500 Stellplätzen errichtet werden.
Die Zustimmung der Stadt Fulda vorausgesetzt, soll der erste Spatenstich bereits im Herbst dieses Jahres getätigt werden; die Eröffnung des Komplexes könnte dann im Jahr 2002 erfolgen.
Dies sind die wesentlichen Ergebnisse eines FZ-Gesprächs mit den Architekten Michael Hodes und Berthold Roth sowie Heinz-Peter Reichel und Claus-Peter Becker vond er forma Weisensee, die den Standort Dalbergstraße vor drei jahren aufgegeben hatten und sich im Industriegebiet in Eichenzell neu ansiedelte. Weidensee tritt als Vermarkter der brach liegenden und zusammen etwa 11.500 Quadratmeter großen Fläche auf. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte die FZ über das Vorhaben in groben zügen berichtet. Jetzt nahmen die ARchitekten und Weidensee-Vertreter erstmals öffentlich Stellung.
Claus-Peter Becker, Gesellschafter und Mitglied der Weisensee-Geschäftsleitung, erklärte der FZ, dass er das noch einmal überarbeitete Vorhaben im Januar dem Fuldaer Oberbürgermeister Dr. Alois Riehl vorgetragen und von diesem ein hoffnungsvolles Signal erhalten habe: "Riehl hat mir gesagt, dass für Ihn privatwitrschaftliche Initiative vor öffentlicher investition geht." Mit dieser Bemerkung spielte Becker auf Überlegungen an, ein Kongreßzentrum könne auch auf dem Berta-Gelände in der bahnhofsnähe entstehen (die FZ berichtete bereits ausführlich).
Architekt Berthold Roth, der aus Freiburg nach Fulda gezogen ist und hier jetzt gemeinsam mit Michael Hodes arbeitet, vermarktete früher selbst "Größen der Musikszene" und verfügt heute noch über "gute Kontakte". So will er auch in die Wege leiten, dass beispielsweise Fernsehsendungen von SAT.1 aus Fulda übertragen werden können.
Roth berichtete, dass sich am Donnerstag dieser Woche eine Interessengemeinschaft mit "honorigen Fuldaer Bürgern" gegründet habe, die das Projekt "Multifunktionshalle" vorantreiben will. Dies gelte insbesondere bei der Suche nach einem potenten Betreiber.
Roth kann sich aber auch vorstellen, dass die Interessengemeinschaft dauerhaft einen Sitz im Aufsichtsrat der Betreibergesellschaft übernimmt. Offenbar hat der Architekt bereits einen dicken Fisch an der Angel. So stellte er in Aussicht, dass möglicherweise ein Fußball-Nationalspieler in Fulda einsteigen könne. Interessenten gebe es aber mehrere. Kernstück des 68-Millionen-Mark-Projekts soll auf jeden Fall die Halle sein. Sie soll so konzipiert werden, dass für Stehplatzkonzerte bis zu 6.000 Besucher Platz finden. bei Sitzplatzveranstaltungen könnten 3.500 Leute hereingelassen werden und bei bestuhltem Konferenzen bis zu 1.200.
Zudem, so Roth und Hodes, könne die Halle für Großsportveranstaltungen genutzt werden. Roth: "Dann wollen wir auch ein großen Hallenfußballtunier nach Fulda holen."
Die Konzert-, Kongress- und Sporthalle sei ein "reiner Verwandlungskünstler". Bis zu 200 Veranstaltungen jeglicher Art pro Jahr (einschließlich von Kongressen) sind dabei notwendig, um die Halle rentabel betreiben zu können.
Angegliedert werden soll ein Hotel der gehobenen Klasse, das über 250 Betten, Saunen, Seminarräume und ein "Kinderland" verfügen soll. Hier versprechen sich die Architekten eine Verknüpfung von "Halle und Hotel", die auch durch eine Zusammenarbeit mit der Bahn und damit verbundene Tourismusangebote ergänzt werden können. Auf keinen Fall werde das Hotel eine konkurrenz für bestehende Betriebe, erklärte Hodes, der sich sogar einen "Synergieeffekt" erhofft. Neu integriert worden sei in die Planung ein Hallenbad mit dem Schwerpunkt Fitness, Wellness und Schulsport, das als Ersatz für das Zentralbad dienen könne. Hierbei erhoffen sich die Planer einen Investitions- oder Betriebskostenzuschuss der Stadt.
Die Tiefgarage mit 500 Stellplätzen biete ausreichend Platz. Die Verkehrserschließung solle über die Dalbergstraße erfolgen, so Hodes und Roth. Eine spätere Anbindung über die Künzeller Straße sei nicht ausgeschlossen.
Um die Verbindung zur Innenstadt herzustellen, ist im Bereich Dalbergstraße/Rabanusstraße eine Fußgängerampel vorgesehen. Im Bereich der Dalbergstraße/Gutenbergstraße soll eine Fußgängerbrücke errichtet werden.
Verzichtet wird nach Auskunft der Architekten auf großflächigen Einzelhandel. Vorgesehen seien allerdings kleinere geschäfte und ein etwa 1.000 Quadratmeter großes Restaurant.
Damit es bereits im Herbst mit der ersten Spatenstich losgehen kann, hofft die Interessengemeinschaft laut Roth, dass man sich bis zum Frühjahr mit einem Betreiber einig wird. Dann liege die Entscheidung bei der Stadt, einen Bebauungsplan aufzustellen. Diesen Beschluss vorausgesetzt, könne es im Herbst 2000 losgehen.
Oberbürgermeister Dr. Alois Rhiel erklärte der Fuldaer Zeitung gestern auf Anfrage, dass er privaten Investitionen immer mit großem Wohlwollen gegenüberstehe. Es gebe für ihn allerdings noch offene Fragen. So müssten die Schlüssigkeit des projekts und die finanzielle Sicherheit des Betriebs der halle gegeben sein, damit das Projekt dauerhaft tragbar sei. Rhiel verwies auch auf die Überlegung an der Berta-Wiese und erklärte, dass er gespannt darauf warte, dass ihm die Investoren an der Dalbergstraße ihre konkreten Pläne erläuterten.
Gelesen: Bericht - Fuldaer Zeitung, 2000
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