Ein Zuhause für zwölf
Neubau Goretti-Haus des Antoniusheim in Fulda

Ebenso würdig wie heiter feierte das Antoniusheim gestern Nachmittag die Einweihung des neuen Goretti-Hauses in der Fuldaer St.-Vinzenz-Straße. Möglich wurde dieser finanzielle Kraftakt durch die St. Antonius-Stiftung, die sich für die Realisierung der 600.000 Euro teuren Baumaßnahme eingesetzt hat. Dafür dankten alle Redner, allen voran Reiner Sippel, Leiter des Antoniusheims, der zahlreiche Bewohner, Mitarbeiter und Ehrengäste begrüßte.

Das Goretti-Haus, eine Heimat für Jugendliche des Antoniusheimes, wurde 1962 ins Leben gerufen. Es gilt als eine der ältesten Außenwohngruppen in Hessen und damit als Vorreiter für die Entwicklung der Behindertenarbeit.
"Hier werden zwölf junge Menschen, die auf dem Weg ins Erwachsenenleben sind, einziehen. (…) Sie haben die Chance, sich in ihren eigenen vier Wänden zur weitgehenden Selbstständigkeit zu entwickeln", erläuterte Dieter Helmke vom Stiftungsvorstand. Die Einweihung des neuen Hauses erklärte Helmke zum Auftakt der 100-Jahr-Feier des Antoniusheimes im nächsten Jahr. Er dankte seiner Vorstandskollegin Gertraud Sorg, die unermüdlich für Spenden geworben habe.

Oberbürgermeister Gerhard Möller überreichte den Bewohnern einen Stich von Fulda und nannte den sozialen Einsatz der Stiftung vorbildlich in Zeiten knapper Kassen. Landrat Fritz Kramer überraschte Reiner Sippel: "Sie sagen, das Goretti-Haus sei gänzlich ohne öffentliche Mittel gebaut. Wenn Sie bei dieser Aussage bleiben wollen, dann müssen Sie meinen Scheck ablehnen." Das tat der Heimleiter selbstverständlich nicht und erhielt einen 10.000 Euro-Zuschuss vom Kreis, "an dessen Bewilligung Oberbürgermeister Möller als Kreisbeigeordneter noch beteiligt war" (Kramer).

Hausgeistlicher Pater Adalbert segnete das Haus nach dem Wortgottesdienst, der gemeinsam mit etlichen Bewohnern gestaltet worden war.
Weitere Grußworte sprachen: Peter Kraushaar vom Landeswohlfahrtsverband, Fuldas ehemaliger OB Dr. Wolfgang Hamberger, der für das Engagement der "Aktion Mensch" verantwortlich zeichnet, Caritas-Direktor Gerhard Sündermann, Architekt Michael Hodes und die pädagogische Leiterin Uta Riegel. Gertraud Sorg verlas schriftliche Grüße des Erzbischofs von Bamberg, Prof. Dr. Ludwig Schick.

Gelesen: Bericht - Fuldaer Zeitung, 2003