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Fakten, Daten und viele Fragen
Umgestaltung des Fuldaer Gemüsemarktes
Drei Dinge brennen den Anliegern rund um den Fuldaer Gemüsemarkt unter den Nägeln: "Warum soll der Platz mit einem Solitärgebäude (einzeln stehendes Haus) verschandelt werden?" "Wann endlich wird das Fleischmann-Areal in Angriff genommen?" "Wird wieder ein Ibis gebaut, so dass uns die Augen aufgehen, wenn die Hüllen des Bauzauns fallen?"
Oberbürgermeister Dr. Alois Rhiel und Stadtbaurätin Cornelia Zuschke sahen sich am Donnerstagabend bei einer Bürgerversammlung im Stadtschloss kritischen Fragen ausgesetzt.
Vornehmlich Anlieger waren gekommen, um sich über den Fortgang des geplanten Projekts zu informieren. Sie wurden mit vielen Daten konfrontiert, die den Zeitplan markieren: So findet der Wochenmarkt ab dem 22. Mai Unterm Heilig Kreuz statt; der Abriss der ehemaligen städtischen Häuser am Gemüsemarkt beginnt Anfang Juni und dauert bis Mitte Juli; am 1. Juli wird ein Baustellenbüro eingerichtet; Mitte Juli beginnen die Rohbauarbeiten; Ende 2003 sollen die neuen Häuser fertig sein; der Wochenmarkt wechselt wieder auf den Gemüsemarkt.
Investor dort ist das Siedlungswerk, das 4,5 Millionen Euro investieren will. Mit dem Fleischmann-Areal hat das Siedlungswerk nichts zu tun. Dies ist Sache des dortigen Investors Alfred Schabel, der bei der Versammlung anwesend war, sich aber nicht an der Diskussion beteiligte. Er war gestern für die FZ nicht erreichbar.
Pläne in drei Wochen
Für das Siedlungswerk versuchte Vorstandsvorsitzender Frank Nieburg zu beschwichtigen: "Unsere Architektur wird ansprechend sein, und sie werden keine bösen Überraschungen erleben." Leider jedoch könne er "hier und heute Abend" noch keine farbigen Pläne zeigen. Nieburg: "In etwa drei Wochen ist das so weit."
Allerdings konnte er Informationen über die künftige Nutzung geben: Vorgesehen sind etwa acht bis zehn kleinere Läden. Weder Discounter noch Boutiquen werden zugelassen. Ziel ist es, mehr Leben auf den Markt zu bringen. In Zusammenarbeit mit der Caritas sind auch seniorengerechte Wohnungen vorgesehen. Insgesamt sollen 24 Wohnungen entstehen, die vermietet, aber nicht verkauft werden sollen. Die Gesamtwohnfläche beträgt etwa 1.600 Quadratmeter, für Büros sollen 230 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Architekt Günther Swoboda versprach, dass die Wohnungen Ende 2003 bezugsfertig sein werden.
Swobodas Kollege, Architekt Wolfgang Herbert, ging auf das umstrittene Solitärgebäude ein. Dieses ist Bestandteil des Entwurfs eines Braunschweiger Büros, das den Architektenwettbewerb gewonnen hatte. Herbert erklärte, "dass ich persönlich hinter der Idee des Solitärgebäudes stehe", das laut Entwurf drei Obergeschosse vorsieht. Im Erdgeschoss soll es "mit einem marktbezogenen Konzept" geschäftlich genutzt werden. In den oberen Etagen sollen Büros entstehen.
Viele Bürger wollten sich mit diesem Vorhaben nicht anfreunden. "Das Haus ist so überflüssig wie ein Kropf", empörte sich ein Redner. Dem widersprach die Stadtbaurätin: Der 1. Preis sei bewusst an das Büro mit dem Solitärgebäude vergeben worden, weil es die Tradition an dieser Stelle aufgreife, ohne sie zu kopieren. OB Rhiel, der noch vor einem Jahr einen Dreiklang von "Gemüsemarkt – Fleischmann – Telekom" angestrebt hatte, sagte jetzt: "Vielleicht ist es auch ein Vorteil, dass nicht alles gleichzeitig geschieht, weil die Belästigungen dann für die Betroffenen größer wären." Zu den "bohrenden Fragen", wann das Fleischmann-Gelände neu bebaut werde, musste Rhiel eingestehen: "Wenn ich Ihnen das sagen könnte, würde ich es tun." Die Stadt warte jeden Tag auf den Bauantrag. In dem dortigen Konzept sei der Bau einer Tiefgarage mit 150 öffentlichen Stellplätzen vorgesehen, wodurch sich die Parksituation im Quartier erheblich entspannen werde.
Was macht die Telekom?
Abwarten heißt wohl auch die Devise bei der Telekom: Dort stehen Investoren bereit, die das bestehende Gebäude kaufen und zu einem Einkaufszentrum umbauen möchten. Doch auch zwei Jahren nach der Abgabe der Gebote hat sich die Telekom bis heute nicht zum Verkauf entschlossen. Doch der OB ist optimistisch: Immerhin habe sich die Telekom jetzt in Frankfurt von einer Immobilie getrennt, was für Fulda hoffen lasse.
Gelesen: Bericht - Fuldaer Zeitung, 2002
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