Bewährte Qualität in modernem Ambiente
Guter-Gerlach-Meisterbäcker-Filiale in Fuldas Bahnhofstraße

Passanten in der Fuldaer Innenstadt haben seit zwei Wochen eine neue Möglichkeit, hochwertige Backwaren und leckere Kaffeespezialitäten in modernem Ambiente zu genießen. In der Bahnhofstraße 14 hat "Guter Gerlach Meisterbäcker" eine neue Filiale eröffnet. Die Qualität, die Brote und Brötchen, Kuchen und Spezialitäten auszeichen, gehen auf jahrzehntelange Erfahrung zurück.

Spätestens seit dem weltweiten Siegeszug der amerikanischen Kaffeehauskette Starbuck's bestreitet niemand mehr, daß Kaffeetrinken chic ist. Dieses moderne Lebensgefühl nimmt die neue Filiale auf: Die Schaufensterfront auf der gesamten Straßenseite und helle, warme Farben in der Inneneinrichtung schaffen eine angenehme, freundliche Atmosphäre. Neun Mitarbeiter sorgen für prompte Bgdienung, egal, ob der Kunde gleich am Eingang im Straßenverkauf ein paar Brötchen mitnehmen will, sich an der Kuchentheke Leckereien zusammenstellen lässt oder im Café verschiedene Spezialitäten genießen will.

Bei den Gästen, die länger im CafE verweilen, sind Milchcafé und doppelter Cappuccino die Renner, beliebt sind auch die aromatisierten Kaffees, die mit dezente Noten wie Vanille, Nuss oder Zimt verfeinert sind. Schon morgens kann man ein Mönch- oder Bischof-Frühstück genießen. Wer es barocker mag, wählt das Dom-Frühstück und liest dazu die Fuldaer Zeitung. Ein Stammpublikum erobert haben sich bereits die Haunecken, belegte, auf Wunsch überbackene Fladenbrote.

Ab Mitte Mai gewinnt die Bäckerei und die gesamte Bahnhofstraße eine weitere Attraktivität, wenn Gäste auf 45 Sitzplätzen vor dem Lokal unter freiem Himmel Kaffee und Kuchen genießen. Im Sommer dürften Frappes - Kaffeespezialitäten mit gecrashtem Eis - besonders beliebt werden.

Schon die alten Fotos in der Filiale deuten an, daß zwar die Atmosphäre modern ist, doch dass Meisterbäcker Hans Jürgen Gerlach auch auf eine lange Tradition zurückblicken kann: Schon sein Opa Wilhelm und Vater Hans Gerlach haben großen Wert auf Qualität gelegt. Das ausgehobene Brot, das es in den vier Geschmacksrichtungen Kümmel, Mehrkorn, Sonnenblumenkerne und Pur gibt, ist der beste Beleg für diese Qualität aus Tradition: Die Sauerteig-Kulturen, deren Kern immer wieder weiter verwandt wird, und das Rezept zu dem herzhaften Brot stammen noch von Wilhelm Gerlach. Auch die Familie von Müller Rainer Nebe aus Odensachsen im Haunetal, der das Korn täglich frischt mahlt und ausliefert, arbeitet bereits in der dritten Generation für Gerlachs. Dass nur frische Produkte und keine Fertigpulver oder Backmischungen verwandt werden, ist für Hans Jürgen Gerlach eine Frage der Ehre.

Gerlach, dessen Stammhaus sich in Hauneck-Unterhaun bei Bad Hersfeld befindet, vertreibt seine Produkte heute in 24 Filialen in ganz Osthessen. Die südlichste davon befindet sich seit sieben Jahren in der Marktstraße in Fulda. Da die Fuldaer Gerlachs Qualität schätzen, hat er jetzt in der Bahnhofstraße eine weitere Filiale eröffnet. Das Besondere der neuen Bäckerei-Zweigstelle ist, daß hier nicht nur Brötchen, sondern auch Brot frisch gebacken wird.

Tradition hat ebenfalls der Ort der neuen Filiale: In der siebziger und acht ziger Jahren war hier das Café Schumacher, in der danebenliegenden Bahnhofstraße 16 lag das Café Prüfer.

Tradition als Quelle der Qualität, die dürfte auch Architekt Michael Hodes für sich gelten lassen. Schon sein Großvat, Hanns Hodes war Architekt - und errichtete nach dem Zweiten Weltkreig genau das Haus in der Bahnhofstraße 16, das der Chef des Planungsbüros Hodes jetzt umbauen ließ. Vor dem Umbau befand sich darin ein Strumpflädchen und eine Zahnarztpraxis.

Bei den Bauarbeiten für ein Gesamtvolumen von 280.000 Euro wurde eine tragende Wand entfernt, um den hellen, freundlichen Charakter zu unterstreichen. Die Wand wurde durch eine verkleidete Säule ersetzt. Für den Bäckereiverkauf stehen jetzt 40, das Sitz- und Stehcafé 53 qm zur Verfügung.

Ein großes Kompliment macht Michael Hodes, der gemeinsam mit dem Bauleitungsbüro Fischer und dem CAD-Büro Ress die Ausführung plante, den beteiligten Handwerkern: Auf kleinem Raum mußten oft mehrere Firmen gleichzeitig arbeiten. Dennoch gelang es den Handwerkern, die geplante Hauzeit von sieben Wochen sogar noch um eine Woche zu unterbieten. Was die meisten Besucher angesichts der leckeren Spezialitäten kaum wahrnehmen werden: Als besondere Neuerung wurde in dem Café erstmals in Deutschland eine neue, anthrazitfarbene Keramikfliese von Villeroy & Boch eingebaut.

Gelesen: Bericht - Fuldaer Zeitung, 2003