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Rhiel: Abriss im April, Bau im Mai
Umgestaltung des Fuldaer Gemüsemarktes
Befürchtungen, Mutmaßungen und auch Gerede: Die geplante Umgestaltung des Fuldaer Gemüsemarktes ist ganz offensichtlich ein sehr sensibles Thema, und seit klar ist, dass dieses Areal neu bebaut werden soll, wird über Grundsätzliches und Details heftig spekuliert. Wenn man Oberbürgermeister Dr. Alois Rhiel und Frank Nieburg, dem Vorstandsvorsitzenden des Siedlungswerks, glaubt, dann ist heute ein entscheidender Tag für den Platz: Denn heute treffen sich die beiden, um über "zwei, drei kleine Knackpunkte" (Nieburg) im Vertragswerk zu sprechen.
Wie die FZ mehrfach berichtete, will das Siedlungswerk die drei städtischen Häuser auf der Galerie kaufen und dort neu bauen. Nach unbestätigten Informationen der FZ ist von einem Preis in Höhe von etwa einer Million Mark die Rede. Dieses Geld wiederum will die Stadt in die Sanierung und Neugestaltung des Platzes investieren, der auch in Zukunft das Areal des Wochenmarktes sein soll, wie OB Rhiel versichert.
Über Details des Vertragswerks werden Rhiel und Nieburg heute also sprechen. "Der Großteil ist bereits geschafft", erklärt Nieburg optimistisch auf Anfrage der FZ. Doch mit Einzelheiten der Pläne wird das Siedlungswerk erst dann an die Öffentlichkeit treten, wenn der Kaufvertrag die Stadtverordnetenversammlung passiert hat. Allerdings orientieren sich laut Nieburg die Pläne am prämierten Entwurf. Rhiel: "Unser Ziel ist es, am 18. März über den Vertrag abzustimmen. Im April könnte dann abgerissen, ab Mai gebaut werden."
In der Zwischenzeit ziehen die letzten Mieter aus. Im Moment verlegt Markus Marwitz seine Reinigung "Wilma" in die Räume des ehemaligen Schuhhauses Englert in die Mittelstraße. Vorübergehend, denn: "Ich will auf jeden Fall zurück an den Gemüsemarkt", sagt Marwitz. Ein solches Rückkehrrecht hat der OB allen Mietern eingeräumt, und "es ist auch Gegenstand des Vertrages zwischen Siedlungswerk und Stadt", erklärt Frank Nieburg.
Das Spielwarengeschäft "Die Murmel" zog bereits in das Eckhaus an der Robert-Kircher-Straße. Inhaberin Doris Heil überlegt derzeit, ob sie tatsächlich wieder zurück möchte. Auch Ute Brandl von der "Marktlücke" hat sich noch nicht entschieden. Sie stehe momentan in Kontakt mit Stadt und Siedlungswerk. Wenn alles seinen Gang geht, dann rechnet Nieburg damit, dass sich die Mieter bis "spätestens zum Sommer" erklären müssen, ob sie nach der Fertigstellung des Areals in voraussichtlich zwei Jahren an ihre ehemaligen Standorte zurück möchten.
Sollte das nicht der Fall sein, dann können die Flächen vom Siedlungswerk frei vermarktet werden. Dem Vernehmen nach gibt es bereits Interessenten für die Gewerberäume. Einer davon ist auch Christoph Gerk ("Der Marktbäcker"). "Als Unternehmer mache ich mir Gedanken um mögliche Entwicklungen und bin immer bereit, ein gutes Projekt zu verwirklichen", sagt er auf FZ-Anfrage. Gerk verweist darauf, dass "der OB von Anfang erklärt hat, dass unser Betrieb ein Magnet für den neuen Gemüsemarkt sein sollte". Doch der Unternehmer sieht mit Sorge in die Zukunft: "Die Bauphase dauert etwa zwei Jahre, und in dieser Zeit werden wir mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen haben." Außerdem plagt ihn der Gedanke, dass durch die Baustelle seine Produktionssicherheit nicht gewährleistet sein könnte. Probleme, die Gerk bereits der Stadt und dem Siedlungswerk unterbreitet habe.
Doch sowohl Rhiel als auch Nieburg erklären gegenüber der FZ einmütig, dass sich sicher seien, technische Lösungen zu finden, die die Bedenken von Christoph Gerk ausräumen. Nieburg: "Wir werden in jedem Fall auf die Belange der Nachbarschaft Rücksicht nehmen."
Gelesen: Bericht - Fuldaer Zeitung, 2002
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